Ramadan in Ägypten: Eine besondere Reisezeit voller Magie
Ramadan in Ägypten – eine besondere Reisezeit voller Magie
Der Ramadan ist eine der wichtigsten und zugleich faszinierendsten Zeiten im islamischen Jahr und in Ägypten überall spürbar. Für Reisende eröffnet sich in diesem Monat eine ganz besondere Atmosphäre: spirituell, herzlich und voller lebendiger Traditionen.
Was ist Ramadan und wann beginnt er 2026?
Der Ramadan ist der Fastenmonat der Muslime und richtet sich nach dem islamischen Mondkalender. Sein Beginn hängt von der Sichtung des Neumonds ab.
In diesem Jahr 2026 beginnt der Ramadan voraussichtlich am 18. Februar und dauert rund 29 bis 30 Tage, bis zum großen Fest des Fastenbrechens, dem Eid al-Fitr.
Die Fastenzeit: von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang
Während des Ramadan verzichten gläubige Muslime von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf Essen und Trinken. Nach Sonnenuntergang versammeln sich Familien, Freunde und Nachbarn zum Iftar, der Mahlzeit, mit der das tägliche Fasten gebrochen wird. Dieser Moment ist geprägt von Gemeinschaft, Dankbarkeit und großer Herzlichkeit.
Iftar: zu Hause oder in der Öffentlichkeit
Ein Iftar zu Hause ist besonders intim und traditionell. Familien kochen gemeinsam, der Tisch ist reich gedeckt mit klassischen Gerichten, und die Atmosphäre ist sehr persönlich und herzlich. Doch auch Iftar in Restaurants oder Cafés ist ein echtes Erlebnis. Viele Lokale bieten spezielle Ramadan-Menüs an, oft liebevoll dekoriert und festlich serviert. Wichtig zu wissen: Da viele Menschen gleichzeitig ihr Fasten brechen, kann es etwas länger dauern, bis Speisen serviert werden – Geduld gehört hier einfach dazu.
Suhoor: das Frühstück in der Nacht
Suhoor ist die Mahlzeit vor der Morgendämmerung, die Muslime einnehmen, um sich auf den kommenden Fastentag vorzubereiten. Sie ist wichtig für Energie und gilt als besonders segensreich. Gegessen wird bis zum ersten Licht des Tages, kurz vor dem Fajr-Gebet.
In Ägypten gleicht Suhoor oft einem herzhaften Frühstück – und wird nicht selten gemeinsam mit Familie oder sogar Fremden in lokalen Vierteln eingenommen.
Das tägliche Leben während des Ramadan
Tagsüber kann das Leben etwas ruhiger wirken: Viele lokale Geschäfte, Banken und Behörden haben verkürzte Öffnungszeiten oder schließen zeitweise.
Gleichzeitig hat die ägyptische Regierung für den Ramadan verlängerte Öffnungszeiten am Abend und in der Nacht festgelegt. Viele Shops, Restaurants, Cafés und Malls sind oft bis ca. 2:00 Uhr nachts geöffnet. Ein kurzer Check der Öffnungszeiten lohnt sich also bei der Tagesplanung.
Eine besonders schöne Tradition: Kurz vor Iftar teilen Menschen auf der Straße Datteln, Wasser oder Saft – ein Ausdruck von Gastfreundschaft und Großzügigkeit.
Ein kleiner Side-Fact: Befindest du dich zur Iftar-Zeit in einer Mall, kann es passieren, dass dich das Personal bittet, kurz vor dem Geschäft zu warten, während sie selbst ihr Fasten brechen.
Aktivitäten: Wenn die Nacht zum Leben erwacht
Nach Iftar erwacht Ägypten zu neuem Leben: Lichterketten, Ramadan-Dekorationen, volle Cafés und eine ganz besondere Stimmung erfüllen die Straßen.
Unser Tipp: Bleib nicht nur im Hotel: Nutze diese besondere Zeit, um Ramadan wirklich zu erleben:
- Besuche ein traditionelles Ramadan-Zelt
- Genieße Iftar in lokalen Stadtvierteln
- Gehe nachts auf den Basaren shoppen
Typische Ramadan-Getränke
Das Fasten wird traditionell mit etwas Süßem gebrochen. Überall findest du kleine Tische vor Moscheen oder in Wohnvierteln, an denen klassische Ramadan-Getränke angeboten werden:
- Karkade – Hibiskus
- Tamr Hindi – Tamarinde
- Sobia – Kokosmilch-Mix
- Qamar El Deen – Getränk aus getrockneten Aprikosen
Desserts – ein absolutes Muss
Ramadan ohne Süßspeisen? Undenkbar!
Wenn du zu einem Iftar eingeladen wirst, ist es eine schöne Geste, Desserts mitzubringen, zum Beispiel:
- Basboosa
- Kunafa
Die besondere Energie des Ramadan
Jenseits von Lichtern, Musik und festlicher Stimmung ist der Ramadan vor allem eine Zeit des Innehaltens. Es geht darum, zur Ruhe zu kommen, sich auf das Wesentliche zu besinnen und Zeit mit Familie zu verbringen. Fasten, Spiritualität und Achtsamkeit prägen diese Wochen – eine wertvolle Gelegenheit, auch als Reisender einen Gang zurückzuschalten und die tiefere Bedeutung dieser Zeit zu spüren.
Respektvoll reisen während des Ramadan
Als Tourist ist es besonders wichtig, Geduld und Verständnis zu zeigen. Hotel- und Servicepersonal fastet den ganzen Tag – es kann also sein, dass Bestellungen oder Getränke etwas länger dauern. Ein freundliches Lächeln und ein wenig Gelassenheit bewirken viel.
Ein kleiner, aber wirkungsvoller Gruß ist: „Ramadan Kareem“ – das bedeutet „Hab einen großzügigen Ramadan“ und wird sehr geschätzt.


